Allgemein

Vorstand und Revisionsstelle

Kultur gemeinsam sichern

Die Papier- und Druckwerkstatt in der «Alti Cherzi» ist seit Jahren ein besonderer Ort in unserer Region: Hier treffen sich Interessierte mit Freude an Papier, Gestaltung und traditionellem Drucken. Viele kennen die Werkstatt von Führungen, Workshops oder Begegnungen im Stübli. Getragen wird sie vom Verein Weiss- und Schwarzkunst.

In den vergangenen Monaten wurden zentrale Grundlagen für seine Zukunft geschaffen: neue Führungsinstrumente, klare Strukturen und eine Vision 2030, entwickelt mit vierzehn engagierten Mitgestalter:innen. Doch eine wichtige Partnerinstitution wird im Jahr 2027 weggefallen.

Die 12. Generalversammlung machte die Lage deutlich: Einige wenige Schultern tragen die grosse Arbeit der Werkstatt. Wenn sich das nicht ändert, ist die Zukunft des Vereins gefährdet.

Der Vorstand beschliesst die Redimensionierung von Raum und Ausrüstung auf das Notwendige bis Ende August. Er definiert ehrenamtliche Aufgaben, vom Mithelfen in der Werkstatt bis zur Organisation von Anlässen, sucht neue Mitglieder, die den kulturellen Wert der Werkstatt mittragen und Nachmieter für die Räume, idealerweise eine Ateliergemeinschaft oder Agentur, die das kreative Umfeld ergänzt. Nur wenn sich mehr Personen engagieren, kann die Werkstatt weiterbestehen und sich regional und überregional weiterentwickeln.

Nach 105 Minuten war allen Stimmberechtigten, unabhängig von ihrer Teilnahme vor Ort oder online, klar: Die Zukunft der Papier- und Druckwerkstatt mit Küche und Stübli in der «Alti Cherzi» steht auf dem Spiel. Die Werkstatt in der «Alti Cherzi» ist ein kultureller Schatz – aber sie kann nur weiterbestehen, wenn mehr Menschen aus dem Dorf und der Region mithelfen.

Der Verein dankt Peter Stehrenberger für die Finanzübersicht, Daniel Zimmermann für die Darstellung der ehrenamtlichen Aufgaben, Roger Tschopp und Yvonne Camenzind für ihr langjähriges Engagement, Walter Käch für die Leitung des Präsidiums sowie Karin Käch für den geschenkten, feinen Apéro riche. Weitere Informationen: team.weissundschwarzkunst.ch

v.l.n.r.: Roger Tschopp (unscharf), Walter Käch, Yvonne Camenzind, Peter Stehrenberger und Daniel Zimmermann. Fotos: Thierry Burgherr, thierryb.ch

Gemäss Statuten konstituiert sich der Vorstand selber. Siet dem 19. Mai 2026 leiten die beiden Vorstandsmitglieder Roger Tschopp, links und Daniel Zimmermann das Präsidium gemeinsam als Co-Präsidium. Peter Stehrenberger leitet weiterhin die Finanzen und Yvonne Camenzind ist Aktuarin.


Knoten gelöst und neue Wege eröffnet

In meinem Kopf tönen das Klingeln und Rattern der Zeilensetzmaschine, das ohrenbetäubende Schnaufen des Original Heidelberger Zylinders, auch wenn ein Teil des grafischen Kulturerbes jetzt in einem befreundeten Atelier steht.

Das Klacken der zahl- und detailreichen Holzbuchstaben in der Druckwerkstatt von Weiss- und Schwarzkunst vermischte sich mit dem Eintreffen der Vereinsmitglieder. Sie werden nicht erst heute erfahren, dass der vor einem Jahr neu gewählte Vorstand ein schwieriges und arbeitsreiches Jahr hinter sich hatte und die Zahlen ernüchternd ausfallen. Änderungen stehen im Raum. Gemeinsam berichten die Vorstandsmitglieder an der GV, wie sie sorgfältig und in kleinen Schritten die originale Buchdruckerei in eine Druckwerkstatt für alle gestalten möchten. Mehr Interessierte sollen für die Mitgliedschaft und die Offene Werkstatt begeistert werden, damit aus Herzenslust gesetzt, ausprobiert und gedruckt werden kann. Es darf mehr Kultur in Form von Kunstausstellungen, Vorträgen und Künstlerdrucken in die Räume einziehen, wo neu eine Küche für Kulinarik entstanden ist. Unsere Vision ist noch nicht ausformuliert, aber wir glauben an eine grössere Idee, die trägt und Sinn stiftet.

Eine laufende Geschichte herausgepickt: Seit Anfang April lernen im Atelier JB1911 siebzehn Künstler:innen dank des Aufrufs des Verbands «Visarte» den Steindruck an unserer Steindruck-Schnellpresse «Johanna». Sie kommen vom Bündnerland bis ins Baselbiet und schleifen in Hochdorf die Steine, zeichnen, ätzen, gummieren und richten gemeinsam einen Stein in der «Johanna» ein. Bald einmal wird gedruckt. Diese Künstlerdrucke sind für die Lernenden, die oft digital arbeiten, eine willkommene Abwechslung und eröffnen ihnen neue Möglichkeiten für ihre künstlerische Arbeit: Lithografie im Grossformat. Ein herzliches Dankeschön gilt den ehrenamtlich aktiven Berufsleuten Ernst Hanke, Willy Etter und Paul Burkart. Sie vermitteln an einem Tag pro Monat die Kunst des Steindrucks sowie die Funktion und Mechanik der Steindruckpresse.

Nachdem auch der Finanzbericht angenommen und dem Vorstand Décharge erteilt worden war, wurde die 11. GV nach einer Stunde geschlossen. Die dreiundzwanzig Stimmberechtigten wechselten ihren Platz im Hansheiri-Zweifel-Stübli und begaben sich ans feine Buffet von Karin Käch. Dank der grosszügigen Spende von Daniel Zimmermann konnten wir feine Weine «6331» aus Hünenberg anbieten.

Vorstand und Revision danken für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen.
Von links: Daniel Zimmermann, Roger Tschopp, Yvonne Camenzind, Ursula Kaufmann, Alois Müller, Walter Käch. Es fehlt: Peter Stehrenberger.